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Der Paritätische Gesamtverband - Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 08-19

 
Jugendsozialarbeit im Paritätischen
 

Aktuelles

Allianz für Aus- und Weiterbildung verständigt sich auf verschiedene Maßnahmen für 2019 – 2021

Mit dem Ziel möglichst allen Menschen zu einem qualifizierten Berufsabschluss zu verhelfen, haben sich die Partner der Allianz* auf zentrale Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Aus- und Weiterbildungssituation in der dualen Ausbildung verständigt und ihre Ergebnisse am 26. August 2019 der (Fach-) Öffentlichkeit präsentiert. Einige der zentralen Aussagen sollen hier aufgegriffen und dargestellt werden.

Neben der Stärkung der Ausbildungsberatung in den Betrieben und einer verbesserten Vorbereitung junger Menschen auf die Ausbildungs- und Arbeitswelt, soll die Mobilität gefördert und unterstützt werden. Im Kern geht es dabei um Ansätze, wie sie  in einigen Ländern durch kostenlose bzw. günstige und regionenübergreifende ÖPNV-Tickets umgesetzt werden. Darüber hinaus setzt sich die Allianz für eine stärkere Information und Transparenz über Angebote des Jugendwohnens und finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für junge Menschen ein.

Mit Blick auf Klein- und Kleinstbetriebe im Handwerk sowie auf die freien Berufe sollen innovative Kooperations- und Unterstützungsangebote bei der Ausbildung gestärkt werden. Zudem soll die Flexibilisierung bei der Teilzeitberufsausbildung besser genutzt sowie die Berufsausbildung von Geflüchteten durch mehr Rechtssicherheit und durch erweiterte Sprachförderangebote gezielt unterstützt werden.

Zur Stärkung der dualen Ausbildung soll auch das Instrument der Assistierten Ausbildung ausgebaut werden. Damit soll Jugendlichen mit schlechteren Startchancen der Weg zu einem qualifizierten Berufsabschluss geebnet werden. Zugleich will man damit vor allem kleine und mittlere Betriebe bei der Ausbildung dieser jungen Menschen unterstützen. Der Bund hat sich verpflichtet, die Assistierte Ausbildung zu einem dauerhaften Instrument weiterzuentwickeln, auszubauen und flexibler zu gestalten. Zudem soll die Zielgruppe der Assistierten Ausbildung geöffnet und damit ein flexibles und flächendeckendes Förderangebot mit einer durchgängigen Unterstützung beim selben Träger von der Ausbildungsvorbereitung bis in die Ausbildung geschaffen werden. Die Allianz befürwortet folgerichtig auch einen weiteren Aufwuchs der Mittel für das Instrument der Assistierten Ausbildung im Haushalt der Bundesagentur für Arbeit in den Jahren 2020 bis 2022. Dies gilt als Signal an die Geschäftsführungen und Verwaltungsausschüsse der Agenturen für Arbeit vor Ort, Assistierte Ausbildung bedarfsorientiert, pragmatisch und kontinuierlich überall einzusetzen, wo Auszubildende und Ausbildungsbetriebe davon zur Sicherung des Ausbildungserfolges profitieren können.

Trotz aller Anstrengungen, die betriebliche „Regelausbildung“ zu stärken, wird es aus Sicht der Allianz auch weiterhin Regionen mit problematischem Ausbildungsmarkt geben. In Regionen, in denen auf 100 Bewerber*innen weniger als 90 Ausbildungsplatzangebote kommen, soll der Bund mit den Sozialpartnern und regionalen Akteuren bewährte und neue Vorhaben zur Stärkung der betrieblichen Ausbildung auflegen und durchführen. Zudem soll auch in Regionen im Strukturwandel  beispielsweise über Verbundausbildung, oder über außerbetriebliche Ausbildungsplätze in kooperativer Form ein ausreichendes Ausbildungsplatzangebot bereitgestellt werden.

Neben Maßnahmen im Prüfungswesen, in der Infrastruktur der Berufsschulen, beim Ausbildungspersonal sowie bei den Lehrkräften soll ein niedrigschwelliges Beschwerdemanagement zur Qualitätssteigerung der Ausbildung entwickelt, Best Practice Beispiele ermittelt und perspektivisch ausgebaut werden.
Kritisch bleibt anzumerken, dass sich die Allianz einmal mehr lediglich mit der dualen Ausbildung beschäftigt.
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* Partner der Allianz sind: Bundesministerium für Bildung und Forschung; Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration; Deutscher Gewerkschaftsbund; Deutsche Industrie- und Handelskammer; Bund Deutscher Arbeitgeber; Bundesverband der Deutschen Industrie; Zentralverband des Deutschen Handwerks; Bundesverband der Freien Berufe; Bundesagentur für Arbeit; Kultusminister Konferenz; Wirtschaftsministerkonferenz Bremen; Arbeits- und Sozialministerkonferenz  und IG Metall sowie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.
Pressemitteilung Allianz für Aus- und Weiterbildung 2019 - 2021

Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Broschüre „In gemeinsamer Verantwortung – Jobcenter und Jugendhilfe fördern zusammen schwer zu erreichende junge Menschen“ veröffentlicht

Im Vorfeld des geplanten Fachtages am 18. September 2019 in Bielefeld, ist die Broschüre mit dem Titel „In gemeinsamer Verantwortung – Jobcenter und Jugendhilfe fördern zusammen schwer zu erreichende junge Menschen“ mit den sieben Praxisbeispielen veröffentlicht worden. Der Paritätische Gesamtverband hat in Kooperation mit den sieben Bundesorganisationen der Jugendsozialarbeit und im Rahmen seiner Themenfederführung für gelungene rechtskreisübergreifende Kooperationen am Übergang von der Schule in den Beruf im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit die Broschüre erarbeitet.  Darin werden sieben Praxisbeispiele aufgegriffen und dargestellt, die für eine gemeinsame Förderung schwer zu erreichender junger Menschen durch Jobcenter und Jugendhilfe stehen.

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit ist davon überzeugt, dass für eine nachhaltige Förderung dieser Jugendlichen die Grundsätze und Rahmenbedingungen der Jugendhilfe gebraucht werden, selbst dann, wenn das SGB II im § 16h die Förderung (mit) übernimmt. Wie eine gute Umsetzung und Zusammenarbeit aussehen kann, ist Gegenstand dieser Broschüre.

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Förderung von schwer zu erreichenden jungen Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf.  Er fordert, dass die Jugendhilfe durch den neuen Paragraphen 16h im SGB II nicht aus der Verantwortung genommen werden darf. Für Jugendliche mit hohem Unterstützungsbedarf muss eine jugendgerechte Förderung sichergestellt werden, die freiwillig (und sanktionsfrei) erfolgen muss. Diese muss an der Lebenswelt der Jugendlichen orientiert sein und den jungen Menschen Respekt und Wertschätzung entgegenbringen. Mit diesem Blick begleitet der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit die Umsetzung dieses neuen Förderinstrumentes (§ 16h SGB II) und mischt sich immer wieder mit Anregungen für eine qualitätsvolle Praxis in die Fachdiskussionen ein. Mit dieser Zielsetzung ist auch die vorliegende Broschüre entstanden.
Broschüre „In gemeinsamer Verantwortung – Jobcenter und Jugendhilfe fördern zusammen schwer zu erreichende junge Menschen“

Veröffentlichungen

Dokumentation des Paritätischen Fachgesprächs „Inklusive Ausbildung = Inklusive Prüfungen?!“

Prüfungen spielen eine Schlüsselrolle beim Übergang von der Ausbildung ins Berufsleben. Am 21. Mai 2019 wurden hierzu im Rahmen eines Fachgesprächs mit Expert*innen aus Kammern, berufsbildenden Schulen, Berufsbildungspolitik und freier Träger die Strukturen und die Organisation des Prüfungswesens in der dualen Ausbildung auf den Prüfstand gestellt. Der fachliche Austausch bot die Möglichkeit, den Anspruch auf inklusive Prüfungsrahmenbedingungen in die Debatte um Inklusion in der beruflichen Ausbildung junger Menschen mit einfließen zu lassen. Dabei wurde herausgearbeitet, wie Prüfungen gestaltet werden müssen, damit sie grundlegend inklusiver werden. Ausgangsüberlegung des Fachgesprächs war, wie die Gelingensbedingungen für inklusiv gestaltete Prüfungen noch weiter gefasst und in eine gute Praxis des individuell zu beantragenden Nachteilsausgleichs münden können.
Dokumentation „Inklusive Ausbildung = Inklusive Prüfungen?!“

Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ veröffentlich Diskussionspapier zur „Inklusion in der Jugendarbeit

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2019 hat sich die AGJ mit dem Thema Inklusion in der Jugendarbeit beschäftigt und hierzu ein Diskussionspapier vorgelegt. Das Papier verdeutlicht, welchen Beitrag Jugendarbeit – trotz vielfältiger struktureller Hindernisse – zur Inklusion junger Menschen mit und ohne Behinderung beitragen will und kann. Der Fokus des Papiers liegt hier auf der Beschreibung inklusiver Praxis und ihrer Gelingensbedingungen. Hierfür wird zunächst auf bestehende rechtliche Rahmenbedingungen und daraus resultierende segregierte Sozialräume und Lebenswelten junger Menschen mit Behinderung eingegangen. Die Potentiale der Jugendarbeit in diesem Kontext werden beleuchtet und positive Beispiele aus der Praxis benannt, welche Inklusion praktisch neu denken und leben. Gelingensbedingungen für inklusive Praxis werden hieraus abgeleitet und mit Empfehlungen für verschiedene Akteure auf unterschiedlichen Ebenen verknüpft. Das Ziel, dass junge Menschen mit und ohne Behinderung in der Jugendarbeit ihren Platz finden, Angebote gestalten, sich beteiligen und gemeinsam Alltag leben, wird von der AGJ hier nochmal stark gemacht.
AGJ-Diskussionspapier "Inklusion in der Jugendarbeit. 10 Jahre UN-BRK – ein Blick auf die Entwicklungen in der und Erwartungen an die Jugendarbeit"

Veranstaltungen

Vorankündigung: 17. Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag 2021

Bereits heute lohnt es sich den Termin für den 17. DJHT im Kalender zu notieren. Dieser findet in der Zeit vom 18. bis 20. Mai 2021 in Essen statt. Der DJHT gilt als die größte Fachmesse der Kinder- und Jugendhilfe in Europa, bei der sich verschiedene Angebote hervorragend ergänzen und für Träger, Verbände, Organisationen und Fachkräfte gleichermaßen eine bunte Palette an Angeboten – vom Messestand bis zu hochkarätigen Fachvorträgen und Diskussionsrunden -  bieten.

Tagungshinweis: Fachtagung
"Gesundheit und Bildungsgerechtigkeit: Impulse zur
Resilienzförderung am Lern- und Lebensort Schule"

Die Fachtagung des Deutschen Roten Kreuzes im Rahmen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit findet vom 5. bis 6. September 2019 in Berlin statt.

IIm Mittelpunkt der Fachtagung steht die Veröffentlichung der Expertise. Die drei Autorinnen werden anwesend sein und ihre Inhalte mit jeweils einem Kurzinput sowie vertiefend einem Workshop vorstellen. Zudem wird in weiteren Inputs die Bedeutung von Bewegung und Tanz für Menschen in besonderen Lebenslagen verdeutlicht und abschließend aufgezeigt, wie Resilienzförderung an einer Schule praktisch umgesetzt werden kann.

Das Programm mit Anmeldehinweis finden Sie hier

Tagungshinweis: Fachtagung "Engagieren, Einmischen, Politik gestalten - Wie gelingt Lobbyarbeit in
der Jugendsozialarbeit?"

Die Fachtagung von IN VIA findet am 24. Oktober 2019 in Frankfurt am Main statt.

Das anwaltschaftliche Eintreten für die Belange junger Menschen ist ein wichtiger Bestandteil des Auftrags für in der Jugendsozialarbeit Tätige. Eine weitere Aufgabe besteht in der Interessenvertretung der betroffenen jungen Menschen, um damit Einfluss auf Gesetze und Programme zu nehmen. Handlungsleitend ist dabei, dass die Situation der Jugendlichen verbessert wird. Aber es geht auch darum, die finanziellen Rahmenbedingungen für die Einrichtungen der Jugendsozialarbeit auf ein tragendes Fundament zu stellen, damit diese ihrer Arbeit mit den jungen Menschen in guter Qualität nachkommen können.

Interessenvertretung im politischen und vorpolitischen Raum basiert im Idealfall auf einem vertrauensvollen Dialog mit relevanten Multiplikator*innen und Entscheider*innen. Ein Ansatz hierfür ist die bewährte Informationspolitik der Jugendsozialarbeit, die ihr Wissen zur Verfügung stellt, z.B. in Form von schriftlichen Positionen, Fakten und Praxiserfahrungen. Die Jugendsozialarbeit zeigt so auf, welche (Aus-)Wirkungen die Gesetzgebung auf Betroffene, Dienste und Einrichtungen hat. Dieses sind für die Politik wertvolle Informationen, bilden sie doch eine wichtige Grundlage für die Arbeit von politischen Entscheider*innen und deren Programmgestaltung.

Ziel der bundesweit angelegten Fachtagung ist es, dass die Teilnehmenden Einblicke in Stellenwert, Vorgehensweisen und Methoden der Interessenvertretung erhalten, die durch Beispiele untermauert werden.

Das Programm mit Anmeldehinweis finden Sie hier

Fachkräftebegegnung:
"Drop-out - Armut und soziale Ausgrenzung" vom 10. bis 14. Dezember 2019 in der Türkei

Soziale Ausgrenzung und Drop-out sind zentrale Herausforderungen für die soziale Arbeit. Welche jungen Menschen als „ausgegrenzt“ betrachtet werden ist vom jeweiligen sozialen Kontext abhängig. Dementsprechend sind auch die Konzepte und Maßnahmen in der Türkei und in Deutschland unterschiedlich.

Aufsuchende Arbeit, Streetwork, Angebote für Straßenkinder, Bildungsangebote und niederschwellige Wohnangebote sollen Themen dieses Fachkräfteaustauschs sein.

Im Rahmen des Fachkräfteaustauschs, veranstaltet von der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit, werden sich die Teilnehmenden mit der Situation von jungen Menschen in der Türkei auseinandersetzen, die sozial ausgegrenzt sind, ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben und/oder wohnungslos sind.

Potentiale und Herausforderungen der Ansätze in den beiden Ländern sollen – auch unter Berücksichtigung der staatlichen Vorgaben – vorgestellt und besprochen werden. Deshalb wird neben Hospitationen in Einrichtungen auch der Fachdiskussion und dem Erfahrungsaustausch zwischen den deutschen und türkischen Fachkräften eine Plattform geboten.

Hier finden Sie alle weiteren Informationen sowie das Anmeldeformular.

Ihr Team der Jugendsozialarbeit im Paritätischen

Berlin, 29. August 2019
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