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Der Paritätische Gesamtverband - Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 07-18

 
Jugendsozialarbeit im Paritätischen
 

Aktuelles

Bildungsbericht 2018
Herausforderungen aus Sicht der Jugendsozialarbeit

Im Mai dieses Jahres ist der 7. Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erschienen. In insgesamt acht Kapiteln wird auf 360 Seiten eine umfassende empirische Bestandsaufnahme für das deutsche Bildungswesen vorgelegt.

Der Bericht macht im Teil A allgemeine Aussagen zur demographischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ebenso wie zur Erwerbstätigkeit und den Familien- und Lebensformen in Deutschland und beschreibt vor dieser Matrix Bildung im Spannungsfeld veränderter Rahmenbedingungen. Im Teil B werden unter dem Stichwort Bildung, Grundinformationen zu Bildungseinrichtung, Bildungspersonal, Bildungsausgaben, usw. ausgeführt. Der Teil C umfasst die frühe Bildung, Betreuung und Erziehung in Familie, Kindertagesbetreuung sowie den Übergang in die Schule. Aussagen zu den allgemeinbildenden Schulen sowie den non-formalen Lernwelten im Schulalter finden sich im Teil D. Die Teile E und F widmen sich hingegen der beruflichen Ausbildung sowie dem Studium. Daten und Analysen zur Weiterbildung und das Lernen im Erwachsenenalter werden im Teil G dargestellt. Der Teil H mit seinen Ausführungen zu Wirkungen und Erträgen von Bildung soll den Bericht abrunden.

Der Bericht bietet die Möglichkeit, sich mit der aktuellen bildungspolitischen Situation in Deutschland intensiv zu befassen und die Daten und Ergebnisse aus Sicht unterschiedlicher Zielgruppen und Institutionen zu analysieren und zu bewerten. Gerade für die Jugendsozialarbeit muss es Anliegen und Verpflichtung zugleich sein, sich mit den zentralen Ergebnissen und Aussagen des Berichts kritisch auseinanderzusetzen und die gewonnenen Erkenntnisse in die eigene Arbeit für benachteiligte Jugendliche einfließen zu lassen. In diesem Sinne versteht sich auch die kurze Darstellung des Bildungsberichts 2018 zu den Herausforderungen aus Sicht der Jugendsozialarbeit.
Bildungsbericht 2018
Herausforderungen – Bildungsbericht 2018

Studie "Islamfeindlichkeit im Jugendalter"

Für die Studie "Islamfeindlichkeit im Jugendalter", die von der "Stiftung Mercator" in Auftrag gegeben wurde, haben Wissenschaftler/-innen der Universität Duisburg-Essen zwanzig Schüler/-innen aus Nordrhein-Westfalen nach ihrer Meinung zum Islam sowie zu Migrations- und Integrationsthemen befragt. Die Antworten zeigen: Die Jugendlichen neigen zu islamfeindlichen Aussagen auf einer abstrakten Ebene. Zu Vielfalt im persönlichen Umfeld äußerten sich die Befragten eher positiv. Die Studie wurde bewusst in NRW durchgeführt, wo Muslime und das Zusammenleben in Vielfalt für die meisten jungen Menschen ein normaler Bestandteil gesellschaftlichen Lebens sind. Die Studie suchte Antworten auf die Frage, wie junge Menschen trotz ihres Wissens um die Normalität der Einwanderungsgesellschaft und ihrer vielfältigen persönlichen Erfahrungen islamfeindliche Positionierungen entfalten können.

Als Empfehlungen für die Bildungsarbeit, um Islamfeindlichkeit bei Jugendlichen abzubauen und vorzubeugen, benennt die Studie zum einen die Solidarisierung mit Muslim/-innen auf der Grundlage persönlicher Beziehungen, die durch heterogene Jugendgruppen in Schule und Jugendarbeit hierfür Gelegenheiten bieten können, und zum anderen die Reflexion von Rassismen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass lebensweltliche und schulische Segregation auch in urbanen Zentren, die durch Migration geprägt sind, einen alltäglichen Kontakt mitunter verhindern. Eine weitere Grundlage der Solidarisierung besteht im Erkennen von Gemeinsamkeiten: in der Glaubenspraxis, in Lebenslagen oder in alterstypischen Problemen und Anforderungen. Nach ersten Erkenntnissen beruht die Reflexion von Rassismen auf Sachkenntnis und Werten. Schule kann dazu beitragen, die Werte der Allgemeinen Menschenrechte und Empathie mit Muslim/-innen zu vermitteln. Aber auch der Umgang mit menschenfeindlichen Ideologien und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit müsse erlernt werden. Junge Menschen müssen sich mit Fragen der Diversität in einem säkularen Rechtsstaat auseinandersetzen können – diese Räume sollten Schule und Jugendarbeit eröffnen.

Pädagogische Arbeit, die dies leisten soll, ist auf qualifizierte Lehrkräfte und Sozialarbeiter/-innen sowie auf angemessene Bedingungen angewiesen. Rassismuskritik und Menschenrechtsbildung sind deshalb wichtige Bestandteile pädagogischer Aus- und Weiterbildung. Gleichzeitig müssen sich Institutionen öffnen, indem sie muslimische Glaubenspraxis als soziale Normalität anerkennen.

Sie finden die vollständige Studie unter folgendem Link:
https://www.stiftung-mercator.de/media/downloads/3_Publikationen/2018/Juni/...(Link gekürzt)

AGJ positioniert sich: "Wer passt nicht zu wem? Sozial benachteiligte und individuell beeinträchtigte junge Menschen und die Förderangebote im Übergang Schule-Beruf"

Mit diesem Positionspapier nimmt die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ in den Blick, wie sich Benachteiligung auf Jugendliche auswirkt und welche Unterstützungsbedarfe bestehen. Es wird dargestellt, welche Möglichkeiten die Jugendhilfe für benachteiligte Jugendliche bietet. Angesichts der Zuständigkeiten mehrerer Rechtskreise diskutiert das Papier, ob es rechtlicher Änderungen bedarf bzw. wie die Umsetzungspraxis zu verbessern ist, damit benachteiligte Jugendliche ein passendes und verlässliches Angebot erhalten. Abschließend werden Handlungsbedarfe formuliert.
Positionspapier der AGJ

Veranstaltungen

Veranstaltungsankündigung der BAG EJSA
Fachtagung "Darf's ein bisschen mehr sein?! - Berufliche Chancen von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationsgeschichte"

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. (CJD) und mit der LAG Mädchenpolitik Baden-Württemberg am 20. November 2018 in Stuttgart statt.

Kurzinfo: Mädchen* und junge Frauen* mit Migrationsgeschichte haben bessere schulische Bildungsabschlüsse als männliche* Gleichaltrige in der gleichen Lebenssituation. Dennoch ist das keine Garantie für einen erfolgreichen Berufsstart. Mädchen* und junge Frauen* mit Migrationsgeschichte absolvieren weniger häufig eine anerkannte Berufsausbildung, insbesondere im dualen Ausbildungssystem. Zudem sind sie weniger erwerbstätig als männliche* Gleichaltrige. Die Gründe für diese niedrigere Beteiligung sollen während der Tagung erörtert werden.

Ansprechpartnerinnen: Rebekka Hagemann (Tel. 0711/16489-16, hagemann@bagejsa.de)
und Susanne Käppler (Tel. 0711/16489-44, kaeppler@bagejsa.de)


Weitere Informationen zum Programm und das Anmeldeformular finden Sie hier als Anhang.
Programm und Anmeldung

Veranstaltungsankündigung der BAG EJSA
Fachtagung "demokratie MITwirkung! Evangelische Jugendsozialarbeit für Empowerment und Teilhabe“, 9. Oktober 2018, Erfurt

Diskriminierungs-und Ausgrenzungserfahrung, geringe Chancen auf Teilhabe und Selbstwirksamkeit sind alltägliche Erfahrungen von jungen Menschen, die durch Sozialisation oder die Folgen einschneidender Lebensereignisse benachteiligt sind. Sie nehmen unser Gesellschaftssystem wahr als eines, das Beteiligung propagiert und gleichzeitig Zugänge verwehrt. So kann beobachtet werden, dass aktives politisches Engagement bei benachteiligten Jugendlichen eher selten ist.
Jugendsozialarbeit hat den Auftrag junge Menschen zu befähigen und somit auch politisch zu bilden, was jedoch nicht flächendeckend systematisch konzeptionell verankert ist.
  • Wie kann es der Evangelischen Jugend(sozial)arbeit gelingen, Erfahrungsräume zu schaffen, in denen junge Menschen demokratische Aushandlungsprozesse positiv erleben und Vielfalt und Pluralität als gestaltbare Aufgabe verstehen?
  • Wie können die vielfältig aufgelegten Programme zur Demokratiebildung für junge Menschen mit individuellen und strukturellen Benachteiligungen genutzt werden?
  • Wie kann die Evangelische Jugend(sozial)arbeit ihre besonderen Zugänge zu benachteiligten Jugendlichen für Demokratiebildung nutzbar machen sowie Räume für Empowerment schaffen?
  • Welche Methoden sind zielführend und welche Haltung der Fachkräfte ist grundlegend für diese Arbeit?
Mit diesen und anderen Fragen wollen wir Fachkräfte der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit miteinander ins Gespräch bringen, Lösungsansätze ebenso wie Hindernisse diskutieren und den Auftrag Sozialer Arbeit im demokratischen System hinterfragen und schärfen. Vorträge und Praxisbeispiele werden vielfältige Impulse bieten, damit die Teilnehmenden der verschiedenen Ebenen in den Austausch kommen.

Weitere Informationen zum Programm und das Anmeldeformular finden Sie hier als Anhang.
Einladung und Anmeldung

Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Dokumentation zur Fachtagung:
"Schulabsentismus verhindern! Strategien und Konzepte" am 5. und 6. Juni 2018 des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

60 Teilnehmer*innen diskutierten Möglichkeiten und Ansätze, Schulmüdigkeit und Schulabsentismus entgegen zu wirken. Grundlage der Diskussion waren vier Thesen, die in 2 Fachvorträgen, 4 Workshops, einem Worldcafè und der Gesprächsrunde mit Politik und Verwaltung immer wieder den roten Faden lieferten:
  • Kinder kommen nicht als Schulverweigerer in die Schule. Aber die Abwärtsspirale beginnt meist schon in der Primarstufe. Nur frühzeitige Interventionen führen zu langfristigen Erfolgen.
  • Die bloße Anwesenheit vieler Professionen an der Schule verhindert Schulabsentismus nicht. Ohne funktionierende Kooperationen, auch mit den Eltern, geht nichts.
  • Angebote zur Vermeidung von Schulabsentismus setzen oft nicht an der Ursache an sondern versuchen Kinder und Jugendliche „passfähig“ zu machen.
  • Es gibt im professionellen Kontext zu wenig Wahrnehmung der vielen unterschiedlichen Faktoren, die zu Schulverweigerung führen können. Teils stoßen Fachkräfte auch an die Grenzen ihrer Interventionsmöglichkeit.
In der Dokumentation werden wissenschaftliche Erkenntnisse, aber auch Lücken, Praxisansätze und Diskussionsergebnisse zum Thema Schulabsentismus und den Thesen sichtbar. Der Austauschbedarf zwischen den Professionen in diesem Feld war deutlich spürbar. Die Empfehlung für eine mögliche weitere Veranstaltung ist, mehr Lehrer*innen und Schulleitungen in diesen Austausch zu integrieren. Schulabsentismus entgegenzuwirken, steht und fällt mit einer entsprechenden Haltung und Wahrnehmung in den Schulen vor Ort, einem mit allen an den Schulen arbeitenden Professionen ausgestalteten Konzept und einer Strategie, einer funktionierenden Kommunikation und festgelegten Zusammenarbeit sowie dem Gestalten der Übergänge. Weitere wichtige Punkte sind die wertschätzende Haltung den Schüler*innen gegenüber, die intensive Elternarbeit und einer Reflexion zur Ausgestaltung der Schulangebote.
Dokumentation "Schulabsentismus verhindern..."

Veröffentlichungen

Dokumentation des Fachtages:
„Abgehängt oder verschwunden? Schwer erreichbare junge Menschen zwischen Jugendhilfe und Arbeitsförderung“ am 20.02.2018 in Frankfurt/Main

"Abgehängt oder verschwunden?" Schwer erreichbare junge Menschen unter 27 Jahren gehören zur originären Zielgruppe der Kinder- und Jugendhilfe. Vielerorts gelingt es aber der Jugendhilfe nicht, diese verschwundenen oder abgehängten jungen Menschen zu erreichen, da es an entsprechenden Angeboten der Jugendsozialarbeit fehlt. Die Fachtagung beleuchtete die Lebenslagen junger Menschen am Übergang von der Schule in den Beruf, die den Sozialsystemen verloren zu gehen drohen oder gar schon verloren gegangen sind, und zeigte auf, wie mit gestärkter Jugendhilfe (JUGEND STÄRKEN im Quartier) oder im Rahmen des Bundespilotprogrammes RESPEKT oder auch in Umsetzung des neuen § 16h SGB II gute Förderbedingungen für „abgehängte“ Jugendliche geschaffen werden können. Neben einem wissenschaftlichen Blick auf die Lebenssituation dieser jungen Menschen und den entsprechenden Handlungsnotwendigkeiten wurden die Fördermöglichkeiten und Erfahrungen der Programme JUGEND STÄRKEN im Quartier, RESPEKT und die Umsetzungsmöglichkeiten des § 16h SGB II vorgestellt und diskutiert. Auch über erste Evaluationserkenntnisse zum Programm RESPEKT wurde berichtet. Wie Förderansätze für junge Menschen, die den Sozialsystemen verloren gehen, gestaltet sein müssen, um die jungen Menschen zu erreichen und auch stärken zu können, stellten die Praxisvertreter/-innen vor. Aus unterschiedlichen Bundesländern wurden praktische Umsetzungsbeispiele gezeigt. Dabei ging es insbesondere um die sozial Entkoppelten, die von Wohnungslosigkeit bedrohten jungen Menschen und die jungen Menschen mit multiplen Problemlagen.

Die Dokumentation stellt auf 64 Seiten wichtige Informationen und Erkenntnisse zu Förderangeboten für junge Menschen, die zurzeit von den Sozialsystemen nicht erreicht werden, zur Verfügung. Sowohl die Vorträge und anschließenden Diskussionen als auch die Ergebnisprotokolle der Arbeitsgruppen sind hier abgedruckt. Insbesondere wird an dieser Stelle auf die Praxisbeispiele hingewiesen. Dabei sind viele Fragen, die auch bei der Umsetzung des § 16h SGB II (Förderung schwer zu erreichender junger Erwachsener) von Bedeutung sind, diskutiert worden. In diesem Sinn leisten der Fachtag und nun auch die Broschüre einen Beitrag zu einer qualitätsvollen Umsetzung des neuen § 16h SGB II.
Dokumentation "Abgehängt oder verschwunden?..."
Filmischer Beitrag auf dieser Fachtagung: „Dass ich wirklich Mensch bin“

Der Film ist in der paritätischen Videoclip-Reihe "Abgehängt oder verschwunden? Schwer zu erreichende junge Menschen" zu sehen. Er zeigt ausgewählte Lebensberichte von Jugendlichen, die Mitarbeitende des Trägers Gangway e.V. in Berlin im Rahmen ihrer Straßensozialarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen kennen gelernt haben. Der sensible Filmbeitrag lässt zwei junge Frauen und einen jungen Mann zu Wort kommen, die über Phasen ihres Lebens berichten, in denen ihr Leben durch Drogen, psychische Erkrankung oder Straftaten dominiert war. Sie berichten anschaulich, welche intensive und vertrauensvolle Unterstützung notwendig war, um ihnen Halt und Mut zu geben, ihr Leben wieder selber zu gestalten.

https://www.jugendsozialarbeit-paritaet.de/videos/abgehaengt-oder-verschwunden-schwer-zu-erreichende-junge-menschen/dass-ich-wirklich-mensch-bin/

In eigener Sache

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

wie Sie vielleicht schon bemerkt haben, hat der Paritätische seine Internetseite zur Jugendsozialarbeit neu aufgesetzt und gestaltet, um unserer Angebot ganz im Sinne der Nutzer und Nutzerinnen sukzessive noch übersichtlicher und informativer zu gestalten. Wir werden daher auch in den nächsten Wochen und Monaten noch an unserem Auftritt arbeiten.

Mit dieser Ausgabe des Monatsreports verabschiedet sich das Team der Jugendsozialarbeit in die Sommerpause, um sich dann, frisch gestärkt im September, wie gewohnt und mit aktuellen Informationen rund um das Thema Jugendsozialarbeit zurückzumelden.

Wir wünschen Ihnen eine erholsame Zeit und einen schönen Sommer.
Ihr Team der Jugendsozialarbeit im Paritätischen

Berlin, 25. Juli 2018
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