NEUES INFORMATIONSFORMAT
Der Paritätische Gesamtverband - Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 04-19

 
Jugendsozialarbeit im Paritätischen
 

Aktuelles

Paritätischer nimmt Stellung zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern (Stand: 28.03.2019) – Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetz

Der Verband begrüßt die erklärten Ziele des vorliegenden Referentenentwurfs und bewertet die konkrete Ausgestaltung als überwiegend sinnvoll und zielführend.

Aus Sicht des Paritätischen besteht ein erheblicher gesetzgeberischer Handlungsbedarf, da zum einen zeitlich befristete Sonderregelungen (§ 131 und 132 SGB III) Ende 2019 auslaufen werden und sich die bestehende Rechtslage zum anderen als unübersichtlich, widersprüchlich und inkonsistent herausgestellt hat. Die bislang gültigen gesetzlichen Regelungen stellen im Ergebnis nicht nur ein Integrationshemmnis dar, sondern sie wirken sich auch kontraproduktiv in Bezug auf die Sicherung der Fachkräftebasis aus.

Trotz dieser grundsätzlich positiven Bewertung regt der Paritätische an, folgende Regelungen des vorliegenden Referentenentwurfs zu korrigieren bzw. zu ergänzen:
  • Die frühzeitige Arbeitsförderung sollte für alle Personen mit Aufenthaltsgestattung eröffnet werden.
     
  • Der Ausschluss von Leistungen der Berufsausbildungsbeihilfe für Personen mit Aufenthaltsgestattung sollte gestrichen werden.
     
  • Die Förderung einer außerbetrieblichen Berufsausbildung sollte nicht neuen Ausschlüssen unterworfen, sondern stattdessen geöffnet werden.
     
  • Die Integrationskurse sollten geöffnet werden.
     
  • Die Förderung einer schulischen Ausbildung oder eines Studiums durch BAföG sollte von ausländerrechtlichen Zusatzvoraussetzungen ausgenommen werden. 
Der Gesetzentwurf wurde in der 16. Kalenderwoche im Kabinett verabschiedet und an den Bundesrat weitergeleitet.
Paritätische Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern

Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Unter der Überschrift „Der Graben wird breiter: Wir brauchen jetzt eine Ausbildung für Alle!“ äußert sich der Kooperationsverbund JSA in einer Pressemitteilung zum Berufsbildungsbericht 2019

Anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Berufsbildungsberichts 2019 weist der Kooperationsverbund JSA erneut darauf hin, dass trotz steigender Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze immer mehr junge Menschen ohne Ausbildung bleiben und fordert die gesellschaftlichen Bemühungen um die Berufsausbildung junger Menschen deutlich zu verstärken und Jugendliche mit geringeren Startchancen in duale und schulische Ausbildungen zu integrieren und sie während der Ausbildung zu unterstützen.

Zwar stellt der Bericht erfreulicherweise fest, dass die Anzahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätze sowie die Ausbildungsplatznachfrage wieder gestiegen sind, jedoch die Anzahl erfolgsloser Bewerber*innen nach wie vor aber auf hohem Niveau verharrt.

Weiterhin haben über 2,1 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren in Deutschland keinen Berufsabschluss. Trotz guter Konjunktur und dem immer deutlicher werdenden Fachkräftebedarf ist der Anteil junger Menschen ohne formale berufliche Qualifikation von 13 Prozent im Jahr 2014 auf aktuell mehr als 14 Prozent gestiegen. Beunruhigend sind diese hohen Zahlen vor allem, weil junge Frauen und Männer ohne formalen Berufsabschluss in ihr Erwerbsleben mit der Aussicht starten, weitgehend nur in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt zu werden. Sie sind von einem deutlich erhöhten Risiko von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen.
Pressemitteilung zum Berufsbildungsbericht 2019

Kooperationsverbund nimmt Stellung zum Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländer

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit begrüßt grundsätzlich den vorliegenden Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern.

Mit diesem Gesetz werden langjährige Forderungen des Kooperationsverbundes nach einem gleichberechtigten Zugang von jungen Ausländer*innen zur Ausbildungsförderung und zur berufsbezogenen Sprachförderung umgesetzt.

Trotz der grundsätzlich positiven Bewertung regt der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit an, einige Regelungen des vorliegenden Referentenentwurfs zu verändern bzw. zu ergänzen, um die Zugänge zur frühzeitigen Arbeitsförderung, zur Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) und zur Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE), aber auch zu den Integrationskursen und zu BAföG-Leistungen zu verbessern.

Zudem verweist der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit auf die Notwendigkeit einer ressortübergreifenden Abstimmung, um die drohenden Widersprüche der aktuellen Gesetzespakete bezogen auf zugewanderte junge Menschen aufzulösen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Veranstaltungen

Workshop „Was soll ich dazu sagen?"
Rechtsextremismus und Populismus in der Jugendsozialarbeit wirkungsvoll begegnen
15. Mai 2019 in Berlin

Die BAG ÖRT führt für den Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit eine Veranstaltung zu Rechtsextremismus und Populismus in der Jugendsozialarbeit durch.
 
In diesem Workshop sollen  folgende Fragen bearbeitet werden:
Wie gehen wir in unseren Einrichtungen der Jugendsozialarbeit mit rechtsextremen, populistischen oder menschenverachtenden Äußerungen und Vorfällen um?
Welche (präventiven) Strategien gibt es, die für das Arbeitsfeld der Jugendsozialarbeit geeignet sind und die gut implementiert werden können?
 
Der Workshop richtet sich an Fachkräfte und Führungskräfte im Feld der Jugendsozialarbeit. Es sollen Fragestellungen aus möglichst vielen Arbeitsfeldern wie zum Beispiel der Jugendberufshilfe, Beratungs- und Coachingangeboten, niedrigschwelligen und aufsuchenden Ansätzen, Jugendwohnen etc. bearbeitet werden.
 
Der Workshop wurde gut nachgefragt und ist leider jetzt schon ausgebucht. Auf der Grundlage der Workshopergebnisse soll eine Handreichung zum Umgang mit Rechtsextremismus und Populismus in Einrichtungen der Jugendsozialarbeit erarbeitet werden, auf die wir auch gerne zum gegebenen Zeitpunkt hinweisen werden.
Tagungsflyer Workshop „Was soll ich dazu sagen?" Rechtsextremismus und Populismus in der Jugendsozialarbeit wirkungsvoll begegnen

Paritätische Fachtagung "Das Recht auf Bildung und Zugang zur Regelschule für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Aufnahmeeinrichtungen"
21. Mai 2019, Berlin

Das Recht und die Pflicht zur Schule zu gehen, ist für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland gesetzlich festgeschrieben und alltägliche Normalität. Auch in Bezug auf die vielen geflüchteten Kinder und Jugendlichen in den letzten Jahren galt und gilt Schule nach wie vor als „Integrationsmotor“. Gleichwohl gibt es mittlerweile rechtliche Einschränkungen. Viele Bundesländer regeln, dass die Schulpflicht erst dann greift, wenn nach Ankunft und Einleitung des Asylverfahrens eine Zuweisung der Geflüchteten an die Kommunen erfolgt ist.

Besondere Relevanz erhält das Thema mit Schaffung der so genannten AnkER, Transit-, Aufnahme- oder Landeseinrichtungen und der damit verbundenen, und immer wieder ausgeweiteten, Aufenthaltsdauer in diesen Einrichtungen.

Das vom Paritätischen Gesamtverband in Auftrag gegebene Rechtsgutachten zum Recht auf Bildung und Zugang zur Regelschule für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Aufnahmeeinrichtungen verdeutlicht, wie das international als auch europäisch und verfassungsrechtlich verbuchte „Recht auf Bildung“ eng mit dem Recht und der Pflicht des Zugangs zu einer Regelschule verbunden ist und wie hoch die Rechtfertigungsanforderungen bezüglich eines Eingriffes in dieses Recht sind.

Auf dem Fachtag wird die aktuelle Situation der in den Einrichtungen lebenden Kindern und Jugendlichen insbesondere mit Blick auf deren Zugänge zur Schulbildung verdeutlicht.

Anmeldungen sind online bis zum 30. April 2019 möglich. Nur noch wenige Plätze sind frei!
Tagungsflyer Fachtagung "Das Recht auf Bildung und Zugang zur Regelschule für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Aufnahmeeinrichtungen"

Tagungshinweis BAG EJSA: Fachtagung "Neue Perspektiven - Ansätze in der geschlechterbezogenen Jugendsozialarbeit" am 18. Juni 2019 in München

Themen der Tagung sind die heutigen komplexen Geschlechterrollenerwartungen an junge Frauen* und an junge Männer*. Es soll erarbeitet werden, wie die spezifischen geschlechterbezogenen Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklungen, trotz oder auch wegen der Spannungsfelder, gefördert werden können.
 
Durch Vorträge und Diskussionen erfahren Sie, wie junge Frauen* und junge Männer* in ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen unterstützt werden können.
 
Es sollen Einblicke in die geschlechterbezogene Arbeit gegeben und Erfahrungen gesammelt werden, wie Rollenklischees, Rollenerwartungen und ggf. auch Benachteiligung aufgrund von Geschlecht bei der Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung erlebt werden. Die geschlechtsspezifischen Profile in verschiedenen Beteiligungsformen Jugendlicher werden herausgearbeitet.
 
Die Tagung ist an das Projekt „New Perspectives - gender sensitive approaches in youth work“ angekoppelt, welches die BAG EJSA mit dem YES Forum und dem SKA Darmstadt und ihren europäischen Partner*innen derzeit durchführt. In diesem partizipativen Projekt soll die geschlechterbezogene Arbeit weiterentwickelt, ausprobiert, genutzt und im Anschluss in Deutschland und anderen europäischen Ländern verbreitet werden.
 
Veranstaltende sind die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit, das YES Forum und der Sozialkritische Arbeitskreis Darmstadt
 
Die Teilnahmegebühr beträgt 40 Euro. Anmeldungen sind bis 20.05.2019 möglich.
 
Tagungsflyer Fachtagung "Neue Perspektiven - Ansätze in der geschlechterbezogenen Jugendsozialarbeit"
Wir wünschen einen fröhlichen Frühling, gutes Gelingen und Energie für Ihre Arbeit!
Ihr Team der Jugendsozialarbeit im Paritätischen


Berlin, 29. April 2019
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