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Der Paritätische Gesamtverband - Bundeskoordination Jugendsozialarbeit

Monatsreport 02-19

 
Jugendsozialarbeit im Paritätischen
 

Aktuelles

BAGFW legt Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes (BABAbgAnpG) vor

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) hat eine Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes erarbeitet. Darin begrüßt die BAGFW grundsätzlich die Absicht des Gesetzgebers, das Berufsausbildungsgeld und das Ausbildungsgeld an die BAföG-Regelungen anzupassen. Allerdings wenden die Wohlfahrtsverbände ein, dass die Vorschläge zur BAföG-Novellierung eine unzureichende Anpassung der finanziellen Ausstattung von Fachschüler*innen und Studierenden darstellen. Die Anpassungen der Grundbedarfssätze des BAföG sind nicht bedarfsdeckend. Auch die Anhebung der Wohnkostenpauschale ist unzureichend und reicht vielerorts nicht für die Deckung der Mietkosten aus, was eine freie Wahl des Ausbildungsstandortes unabhängig von der finanziellen Ausbildungssicherung beeinträchtigt. Insbesondere an der Schnittstelle zwischen SGB II und BAföG/BAB plädieren die Wohlfahrtsverbände dafür, die vorgelagerten Sicherungssysteme zu stärken und bedarfsgerecht auszubauen und nicht auf das SGB II verweisen zu müssen.
 
Zudem fordert die BAGFW den Zuschuss zur Ausbildungsvergütung bei einer außerbetrieblichen Berufsausbildung nicht an die BAföG-Sätze anzulehnen, sondern in § 79 Abs. 2 Satz 1 SGB III neu Bezug auf die im § 17 BBiMoG zukünftig festgelegte Mindestausbildungsvergütung zu nehmen und damit für eine einheitliche Untergrenze in allen dualen Berufsausbildungssettings zu sorgen.
 
Wie schon bei dem Zuschuss zur Ausbildungsvergütung in außerbetrieblichen Berufsausbildungen fordert die BAGFW, dass für alle Auszubildende – und damit auch für alle Auszubildenden mit Behinderung (vgl. § 123 SGB II neu) – die im BBiG noch zu regelnde Mindestausbildungsvergütung Anwendung findet.
Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zum Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes (BABAbgAnpG)

Konstituierende Sitzung des Jugendstrategie-Beirats

Laut 15. Kinder- und Jugendbericht ist Jugend eine eigenständige und prägende Lebensphase, in der es darum geht, selbständig zu werden, sich zu qualifizieren und einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Das betrachtete Altersspektrum der jungen Menschen liegt zwischen 12 und 27 Jahren, in dieser Altersspanne gibt es 13 Millionen junge Menschen, die 16 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die meisten von ihnen haben kein Wahlrecht. Es wird darum gehen, bei der Jugend die Vielfalt im Blick zu behalten. Die eigenständige Jugendpolitik kann demnach nur als Querschnittspolitik verstanden werden. Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, hat sich am 11. Februar 2019 der Jugendstrategie-Beirat in Berlin konstituiert und im Bundesjungendministerium seine erste Sitzung absolviert. Durch die Beiratsarbeit sollen Jugend, Zivilgesellschaft, Länder und Kommunen in die Entwicklung der Jugendstrategie eingebunden werden. Der Beirat hat die Aufgabe das BMFSFJ zu beraten und den bundespolitischen Strategieprozess zu begleiten sowie einen Beitrag zur Vernetzung von Bundesregierung, Zivilgesellschaft, Ländern und Kommunen zu leisten.
 
Alle Beiratsmitglieder sind persönlich berufen worden. Für den Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit wurde Birgit Beierling, in ihrer Funktion als Sprecherin des Kooperationsverbundes, in den Beirat berufen.
 
Nach den Plänen des Ministeriums soll es noch in diesem Jahr einen Kabinettsbeschluss zur Jugendstrategie der Bundesregierung geben. Dieser Beschluss soll auf der Basis der Analyse der Situation junger Menschen konkrete Handlungsansätze und -aufträge für eine zukünftige Politik der Bundesregierung enthalten. Es sollen damit nachhaltige Schritte eingeleitet werden, die auch für weitere Legislaturperioden  Gültigkeit haben.
 
Um den Kabinettsbeschluss vorzubereiten, wurde eine interministerielle Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese trifft sich quartalsweise und soll gemeinsame Handlungsprinzipien der Bundesregierung formulieren. Jugendpolitik wird hier als Ordnungspolitik verstanden, so dass die Gestaltung der Lebenslage junger Menschen in den Fokus gerät.
 
Die interministerielle Arbeitsgruppe hat sich folgende Themen gesetzt:
  • Bildung & Arbeit, Freiräume
  • Mobilität und Digitales
  • Stadt & Land, Wohnen und Kultur
  • Umwelt
  • Gesundheit (inkl. Ernährung)
  • Vielfalt &Teilhabe
  • Zukunft, Generationendialog, Jugendbilder
  • Beteiligung & Engagement, Demokratie
  • Europa & die Welt
  • Sicherheit
Es bleibt nicht nur abzuwarten, zu welchen Ergebnissen die interministerielle Arbeitsgruppe kommt, sondern auch, wie die Arbeit des Jugendstrategie-Beirates mit Leben gefüllt werden kann.
Beitrag auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe "Think Tank für die Jugendstrategie – Beirat des Bundesjugendministeriums konstituiert"

Digitalisierung und Schulsozialarbeit auf der „didacta“

Auf der diesjährigen „didacta“ stand u.a. das Thema „Digitalisierung und Schule“ im Fokus. Wenn der Bundesrat in seiner Sitzung am 15. März 2019 den im Bundestag zugestimmten Vorschlag zum Digitalpakt annimmt, soll es aus Sicht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit der praktischen Umsetzung schnell gehen. Auf der Bildungsmesse wurden daher Chancen und Herausforderungen des Digitalpaktes diskutiert. Dabei wurde die Diskrepanz zwischen der Anschaffung von Hard- und Software und deren Anbindung an ein schnelles Internet einerseits und der fachlichen Kompetenz von vermittelnden Lehrkräften im medienpädagogischen und -ethischen Bereich andererseits durchaus deutlich. Aus Sicht der Fort- und Weiterbildung wie auch des dbb müssten Lehrerinnen und Lehrer in erster Linie gut qualifiziert sein – nicht nur, um digitale Medien zu nutzen, sondern auch, um über die dahinterstehenden Algorithmen und Geschäftsmodelle zu informieren. Dafür benötigten sie zeitliche Anteile, sowohl für die Qualifizierung als auch für die Vermittlung im Unterricht. Auch dafür sollten die Mittel aus dem Digitalpakt genutzt werden. Die Anschaffung von Technik wurde in diesem Zusammenhang als zweitrangig angesehen.
 
Der Bereich „Schulsozialarbeit“ wurde nicht nur an verschiedenen Messeständen, sondern beispielsweise auch in einem Workshop von der GEW thematisiert. Unter der Überschrift „Der Wert der Schulsozialarbeit“ wurden aktuelle Entwicklungen im Hinblick auf die anstehende Tarifrunde dargestellt und diskutiert.
 
Die nächste „didacta“ findet vom 24. bis 28. März 2020 in Stuttgart statt.

Veranstaltungen

Fachtagung „Schulabsentismus – Alternative Wege zum Schulabschluss“,  27. und 28. Mai 2019 in Bonn

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) und
IN VIA Deutschland im Netzwerk der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) laden die Teilnehmer/-innen der Fachtagung ein, sich in verschiedenen Formen mit dem Thema der alternativen Wege zum Schulabschluss zu beschäftigen.
 
In Vorträgen erhalten Sie grundlegende Informationen über den aktuellen Forschungsstand und Entwicklungen sowie Einblicke in die Perspektive junger Menschen aus der biografischen Forschung. In vier Praxis-Workshops lernen Sie verschiedene Konzepte der Begleitung junger Menschen zum Schulabschluss kennen. Entlang konkreter Leitfragen und mit methodischer Vielfalt, wird in dieser
Tagung herausgearbeitet, wie alternative Wege zur Erreichung eines Schulabschlusses gelingen können und welche Erkenntnisse daraus für präventive Strategien in der Schulsozialarbeit nutzbar sind.
 
Die Einladung richtet sich an Fachkräfte, Verantwortliche bei Trägern bzw. in Kommunen sowie Multiplikator*innen aus der Schule und aus der Kinder- und Jugendhilfe.
 
Anmeldungen sind bis zum 22. März 2019 möglich.
Tagungsflyer „Schulabsentismus – Alternative Wege zum Schulabschluss“

Neues aus dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit äußert sich zu Reformbedarfen im SGB VIII

Damit alle jungen Menschen, die auf dem Weg in die Ausbildung und den Beruf Förderung und Unterstützung benötigen, diese auch erhalten, setzt sich der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit für eine Stärkung der Jugendsozialarbeit im SGB VIII ein.
Nachdem der 2015 auf den Weg gebrachte Reformprozess für das SGB VIII praktisch im Bundesrat „gescheitert“ ist, wurde 2018 vom BMFSFJ ein neuer, breit angelegter Dialogprozess für eine Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfe aufgesetzt, der noch in 2019 abgeschlossen werden soll. Vor dem Hintergrund dieses ambitionierten Zeitplans hat sich der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit bereits Anfang 2019 auf erste Ansätze und Überlegungen für eine Reform des SGB VIII verständigt. In den folgenden Ausführungen beschränkt sich der Kooperationsverbund insbesondere auf den § 13 SBG VIII a.F. und die die Arbeit der Jugendsozialarbeit direkt oder indirekt betreffenden Normen.
Ansätze und Überlegungen aus Sicht des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit für eine Reform des SGB VIII

Klausurtage des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit am 6. und 7. Februar 2019 in Potsdam

Der Steuerungskreis des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit hat sich Anfang Februar zu einer zweitägigen Klausur in Potsdam getroffen. Themen waren der Rückblick auf die fachlich-inhaltliche Arbeit in 2018, Erfahrungen mit der Zusammenarbeit unter den sieben Bundesorganisationen sowie Ideen zur Weiterentwicklung der Federführungsthemen in 2019ff. Insbesondere zum Blick in die Zukunft hat der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit Gäste aus der Wissenschaft geladen, die Anregungen für die Arbeit des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit mitgebracht hatten und mit den Vertreter*innen der Bundesorganisationen über zukünftige Herausforderungen diskutiert haben. So diskutierten der Soziologe Lutz Wende, die Berufspädagogin Prof. Dr. Ruth Enggruber und der Pädagoge Dr. Andreas Oehme mit dem Steuerungskreis.
Ihr Team der Jugendsozialarbeit im Paritätischen

Berlin, 28. Februar 2019
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