Ankerzentren stoppen: Gemeinsame Stellungnahme von 24 Verbänden und Organisationen

24 Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch der Paritätische Gesamtverband, fordern in einem gemeinsamen offenen Brief an die Städte und Gemeinden sowie das Innen- und das Familienministerium, die Rechte und das Wohl von Kindern in der Debatte um die geplanten Ankerzentren zu achten. Aufgrund der bekannt gewordenen Pläne steht für die Unterzeichnenden fest:

Die AnKER Einrichtungen werden keine geeigneten Orte für Kinder und Jugendliche sein. 45 Prozent der Geflüchteten in Deutschland sind minderjährig: Kinder und Jugendliche sind die größte Einzelgruppe unter den geflüchteten Menschen. Alle Maßnahmen und Regelungen, die Kinder und Jugendliche betreffen, müssen ihrer besonderen Lebenssituation und ihren Bedarfen gerecht werden sowie ihre Rechte achten. Konkret heißt dies u.a. eine (wohnliche) Umgebung, in der ein dem Wohl der Kinder und Jugendlichen gerechtes Aufwachsen möglich und der Zugang zu(frühkindlicher) Bildung gegeben ist, Kinder geschützt sind, eine bedarfsgerechte Versorgung gewährleistet sowie Spiel und Freizeitmöglichkeiten sichergestellt sind. Dies setzt voraus, dass auch Bedarfe von Familien, insbesondere die von Kindern und Frauen, in den Blick genommen werden.

Der Paritätische Gesamtverband kritisiert die Pläne zu den Ankerzentren scharf und fordert in seiner Pressemeldung dazu eine grundsätzliche Kurskorrektur. "Die aktuellen Planungen um die AnKER-Zentren verfolgen eine Politik der Abschreckung, Abschottung und Ausgrenzung. Diese zunehmende Abkehr von der Willkommenskultur hat verheerende Folgen nicht nur für die Schutzsuchenden, sondern auch für den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir brauchen eine menschenrechtsorientierte und humane Aufnahmepolitik", so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Die vollständige Pressemeldung sowie den gemeinsamen Brief finden Sie unter folgendem Link: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.der-paritaetische.de/presse/ankerzentren-stoppen-gemeinsame-stellungnahme-von-24-verbaenden-und-organisationen/


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09.10.2018 10:30
Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrung, geringe Chancen auf Selbstwirksamkeit und Teilhabe sind alltägliche Erfahrungen von jungen Menschen, die durch Sozialisation oder die Folgen einschneidender Lebensereignisse benachteiligt sind. Sie nehmen unser Gesellschaftssystem wahr als eines, das Beteiligung propagiert und gleichzeitig Zugänge verwehrt. So kann beobachtet werden, dass aktives politisches Engagement bei benachteiligten Jugendlichen eher selten ist.
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