18. Shell Jugendstudie vorgelegt

Seit 1953 erscheint in regelmäßigen Abständen die Shell Jugendstudie, bei der im Rahmen einer repräsentativen Befragung junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren Auskunft zu ihren Einstellungen, Werten, Gewohnheiten und Sozialverhalten geben. Für die aktuelle Untersuchung wurden in Deutschland 2.572 Jugendliche mit einem standardisierten Fragebogen befragt, mit 20 Teilnehmer*innen wurden zudem qualitative Interviews geführt.

Die aktuelle Studie trägt den Untertitel „Eine Generation meldet sich zu Wort“ und beschreibt ein insgesamt positives Bild der Jugend in Deutschland. Danach zeige sie einen deutlichen Willen und die Bereitschaft sich zu beteiligen und formuliert nachdrücklich und klar eigene Ansprüche hinsichtlich der Gestaltung der Zukunft unserer Gesellschaft. Sie wird als pragmatisch und leistungsorientiert beschrieben, formuliert darüber hinaus einen klaren Wunsch nach stabilen sozialen Beziehungen. Angesichts der freitäglichen, bundesweiten Demonstrationen junger Menschen für ihre Zukunft, verwundert es auch nicht, dass die Befragten den Themen Umweltschutz und Klimawandel eine hohe Bedeutung einräumen.

Wasser in den Wein dieser durchaus positiven Situationsbeschreibung gerät erst, wenn die Affinität einer Anzahl von Jugendlichen zu populistischen Positionen, die sich auch in der Kritik am sogenannten politischen Establishment und an der Gesellschaft zeigen, beschrieben wird. Um die verschiedenen Einstellungen der Jugendlichen kategorisieren zu können, unterscheidet die Studie zwischen den „Kosmopoliten“, den „Weltoffenen“, den „Nicht-eindeutig-Positionierten“, den „Populisten“ sowie den „Nationalpopulisten“.  Zwischen den „Kosmopoliten“ und den „Nationalpopulisten“ lässt sich laut Studie eine deutliche Polarisierung feststellen, auch wenn diese beiden Gruppen zusammengenommen nur etwa 20 Prozent der Jugendlichen ausmachen. Auch wenn für die große Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland die Demokratie als Staatsform selbstverständlich ist, sind es immerhin 24 Prozent der sogenannten „Populismus-Genneigten“ die sich deutlich misstrauischer und kritischer gegenüber dem bestehenden System äußern. Neun Prozent der Jugendlichen werden als „Nationalpopulisten“ bezeichnet. Diese Jugendlichen stimmen populistisch aufgeladenen Statements durchgängig zu und haben eine generell ablehnende Haltung gegenüber Vielfalt.
 
Auch wenn in der Gesamtschau der Ergebnisse die Toleranz als Markenzeichen der großen Mehrheit der Jugendlichen betont wird, sind es gerade die Jugendlichen, die diese Toleranz nicht aufweisen, die im Fokus der Jugendsozialarbeit stehen müssen. Jugendsozialarbeit muss genau dort ansetzen, wo sich soziale Ungleichheit in geringeren Chancen und Lebensperspektiven manifestiert. Ein erster Schritt kann und sollte darin liegen, diese oft marginalisierten Jugendlichen wahrzunehmen und ihnen konkrete Hilfe und Unterstützung anzubieten. Was hier Not tut, ist ein positiver Lebensentwurf, der jenseits populistischer  Haltungen und Meinungen wieder klare Möglichkeiten der Gestaltung der eigenen Zukunft in gegenseitiger Anerkennung, Vielfalt und Toleranz erkennbar macht.

Die Studie ist im Beltz-Verlag erschienen und im Buchhandel für 24,95 Euro bzw. als E-Book für 22,99 Euro erhältlich. Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier:


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18.05.2021 20.05.2021
Bereits heute lohnt es sich den Termin für den 17. DJHT im Kalender zu notieren. Dieser findet in der Zeit vom 18. bis 20. Mai 2021 in Essen statt. Der DJHT gilt als die größte Fachmesse der Kinder- und Jugendhilfe in Europa, bei der sich verschiedene Angebote hervorragend ergänzen und für Träger, Verbände, Organisationen und Fachkräfte gleichermaßen eine bunte Palette an Angeboten – vom Messestand bis zu hochkarätigen Fachvorträgen und Diskussionsrunden - bieten.