Produktionsschulen - Mythos und Realität in der Jugendsozialarbeit
Bundesweite Arbeitstagung am 11. September 2007 in Kassel
In Dänemark bilden die Produktionsschulen eine eigenständige Schulform mit eigener Gesetzgebung und einer engen Verbindung mit dem dänischen Bildungswesen (vgl. Landesverbund der Produktionsschule (1997): Die Dänischen Produktionsschulen – eine Beschreibung). Ziel ist die Unterstützung derjenigen Gruppen von Jugendlichen, die keine Ausbildung haben und einer besonderen Unterstützung beim Übergang bedürfen (ebenda). Die Idee der Produktionsschule hat in Deutschland besonders in der Benachteiligtenförderung viele Anhänger gefunden. Es hat sich eine Vielzahl von Begriffen und Konzepten ausgebreitet, die die dänische Idee in Teilbereichen übernehmen: Schülerfirmen, „Produktives Lernen, Werk-statt-Schule, Jugendhilfebetriebe, etc.
Auf dieser Tagung wurden Möglichkeiten und Grenzen der Übertragbarkeit des Produktionsschulansatzes in Deutschland diskutiert. Ziel der Tagung ist es, gute Ansätze zu verbreiten und dadurch zur Weiterentwicklung vorhandener Initiativen anzuregen sowie Einrichtungen und Schulen zum Aufbau von Produktionsschulen zu motivieren. Es wird dargestellt, auf welche Weise und in welchen Bereichen Produktionsschulen in Deutschland gegenwärtig verbreitet sind und welche Schwerpunkte und Vorzüge sie haben. Weiterhin geht es um das Lernen unter betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Verbindung zum Unterricht sowie die Gestaltung der Lernräume.

Folgendes waren die Inhalte der Tagung:
Produktionsschulen in Deutschland - Neuer Ansatz mit historischen Wurzeln
Karl-Heinz Theußen, sci:moers gGmbH
Produktionsschule zur Prävention vor Ausbildungslosigkeit
- Rahmenbedingungen zur Vorbereitung auf das Berufsleben
- Gestaltung des Übergangsmanagements
- am Beispiel der Produktionsschule Buntstift e. V.
Martin Mertens, BuntStift gGmbH Kassel
Produktionsschulen oder Schülerfirmen: produktionsorientiertes Lernen an allgemein bildenden Schulen
- Pädagogischer Anspruch
- Umsetzungsbeispiele
- Welche Produkte für welchen Markt?
- Finanzierungskonzepte, finanzielle Beteiligung der Schüler/innen
- Anforderungen an Lehrkräfte
- Kooperationen
Irene Hofmann-Lun, Deutsches Jugendinstitut München
Produktionsschule im Spannungsfeld zwischen Pädagogik und Wirtschaftlichkeit
- Pädagogischer Anspruch
- Produktions- und Dienstleistungsorientiertes Lernen
- Chancen und Grenzen der Tätigkeit am Markt
- Finanzierungsbedingungen
Vorstellung von Praxisbeispielen mit anschließender Diskussion
Klaus Jacobsen, Produktionsschule Schloss Hamborn
Bernd Reschke, WERK-STATT-SCHULE Hannover
Martin Mertens, BuntStift gGmbH Kassel
Moderation: Christoph Eckhardt, qualiNETZ GmbH
Entwicklungsperspektiven für paritätische Einrichtungen im Bereich Produktionsschule
- Produktionsschule als Kooperationsform zwischen Jugendberufshilfeträger und Schule
- Kooperation mit Betrieben
- Handlungsbedarf zur Weiterentwicklung von Produktionsschulen
Abschlussdiskussion
Karl-Heinz Theußen, sci:moers
Martin Mertens, BuntStift gGmbH
Irene Hofman Lun, dji
Klaus Jacobsen, Waldorfschule Schloss Hamborn
Bernd Reschke, WERK-STATT-SCHULE Hannover
Moderation: Christoph Eckhardt, qualiNETZ GmbH
