IAB-Forschungsbericht zum neuen Fachkonzept berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen in der Praxis der BA
Ein aktueller Forschungsbericht des IAB präsentiert Befunde zur Umsetzung von berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit aufgrund der mit dem neuen Fachkonzept verbundenen Neuerungen.
Interessante, ausgewählte Befunde:
In den untersuchten BvB-Maßnahmen waren sog. marktbenachteiligte Jugendliche mit einem Anteil von 43% stark vertreten, 40% waren lernbeeinträchtigt bzw. sozial benachteiligt, 17% Rehabilitanden. Betrachtet man das Maßnahmenergebnis, so zeigen sich regionale Unterschiede. Im Durchschnitt konnten je Maßnahme 41% der Jugendliche eine Ausbildung (schulisch, betrieblich oder außerbetrieblich) anschließen, wobei es in Ostdeutschland den jungen Menschen weitaus seltener gelang, in eine betriebliche Ausbildung einzumünden. Während es in Westdeutschland einem Drittel der Jugendlichen gelang, eine betriebliche Ausbildung aufzunehmen, waren es im Osten Deutschlands nur 10% der Teilnehmer. Die Zusammensetzung der Maßnahmenteilnehmer, z.B. der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss, hatte – wie nicht anders zu erwarten – Einfluss auf den Maßnahmenerfolg („je stärker die geförderten TeilnehmerInnen, je höher der Maßnahmenerfolg“).
Ein Übergang von BvB-TeilnehmerInnen in betriebliche Ausbildung wurde durch überdurchschnittlich lange Praktika begünstigt, nicht aber durch die Absolvierung von Qualifizierungsbausteinen. Qualifizierungsbausteine ließen sich mangels Bereitschaft der Unternehmen von den Trägern viel eher in den eigenen Einrichtungen absolvieren, als in Unternehmen, was häufig dazu führte, dass Qualifizierungsbausteine und Praktika nacheinander absolviert werden mussten.
Die Abbruchquoten in BvB waren bei solchen Maßnahmen geringer, die in einer Bietergemeinschaft durchgeführt wurden, als diejenigen die von einzelnen Trägern angeboten wurden. Als Ursache wird die Möglichkeit ein breiteres Berufsspektrum anzubieten, vermutet. Eine hohe Betreuungsqualität wirkte sich erwartungsgemäß ebenfalls günstig auf die Abbruchquoten aus.
Bildungsträger wurden in der Studie nach ihren Bewertungen und Wünschen gefragt. Die befragten Träger bemängelten in der Mehrzahl die Personalschlüssel. Sie wurden als zu gering eingeschätzt, insbesondere wenn, Rehabilitanten gefördert wurden. Ein Großteil der befragten Träger sprach sich für besondere Maßnahmen für Lernbehinderte mit längerer Förderdauer aus.
Die Träger sahen sich infolge der Ausschreibungen mit einem höheren Kostendruck konfrontiert: So waren mehr als 2/3 der Träger gezwungen, trotz bereits vor der Kalkulation vorgenommener Einsparungen weitere Sparmaßnehmen im Maßnahmeverlauf zu realisieren, wozu in starkem Maße auch Gehaltseinsparungen zählten. Die Personalfluktuation wurde als hoch eingeschätzt.
Die IAB-Studie wurde veröffentlicht unter www.iab.de.
