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Förderung der Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten

Mit der Initiative "Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Berufsabschluss" möchte das BMBF seinen Teil dazu beitragen Jugendliche in Ausbildung zu bringen und dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Mit der Förderung der Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbare Berufsbildungsstätten will das BMBF einen weuteren Baustein für diese Bildungsketten liefern.

Zur Erreichung eines nahtlosen Übergangs von der Schule in eine Berufsausbildung, zur Verbesserung der Berufswahlkompetenz und zur Stärkung der Ausbildungsreife besteht die Notwendigkeit, frühzeitige Prävention durch eine erweiterte, schon während der Schulzeit einsetzende Berufsorientierung in praxisnahen Berufsbildungsstätten auszubauen. Neben überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS) kommen aufgrund ihrer Praxisnähe und multifunktionalen Ausrichtung auch vergleichbare Berufsbildungsstätten, die über eine entsprechende Erfahrung in der beruflichen Erstausbildung verfügen, als Träger oder als Kooperationspartner einer Berufsorientierungsmaßnahme in Frage.

Das Angebot einer frühzeitigen, praxisbezogenen und systematischen Berufsorientierung in ÜBS und vergleichbaren Berufsbildungsstätten soll allen Jugendlichen, die Interesse an einer dualen Ausbildung haben, offen stehen. Der Übergang von der Schule in eine duale Berufsausbildung soll für Jungen und Mädchen erleichtert werden, auch um geschlechtsspezifisches Berufswahlverhalten aufzubrechen. Damit wird ein wirksamer Beitrag zur Verringerung der Zahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss und/oder ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz geleistet.

Eine frühzeitige, d. h. in der Regel in Klasse 8 einsetzende, individuelle Berufsorientierung in der Ausbildungspraxis soll helfen den Jugendlichen, realistische Vorstellungen über die Berufswelt und die eigenen Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln, und erleichtert es den Betrieben, qualifizierten Fachkräftenachwuchs zu gewinnen. Vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen sollen durch eine enge Verzahnung mit diesem Programm in die Lage versetzt werden, für freie Ausbildungsplätze geeignete Bewerber über einen längeren Zeitraum hinweg kennen zu lernen und diese dann gezielt anwerben zu können. Die Berufsorientierung dient auch dazu, eine zielgenaue, an den individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Schülerinnen und Schüler ausgerichtete Auswahl eines Betriebspraktikums zu ermöglichen. Eine vorgelagerte, ab Klasse 7 stattfindende Potenzialanalyse soll die Grundlage für eine erfolgreiche Berufsorientierungsmaßnahme schaffen.

Eine passgenauere Berufswahl soll auch die Zahl der Ausbildungsabbrüche, die im Jahr 2008 bei 21,5 % lag, deutlich senken. Dazu soll vor allem die Einsicht in den praktischen Nutzen schulischen Lernens beitragen und damit die Motivation zum Schulabschluss gefördert werden. Die enge Abstimmung und Rückkoppelung des Ergebnisses der Berufsorientierung mit Schule und Eltern ermöglicht es, erkannte Defizite rechtzeitig zu beheben.

Das BMBF flankiert diesen Prozess, indem es die Bildungsstätten bei der Durchführung der berufsspezifischen Berufsorientierungsmaßnahmen im Rahmen ihres öffentlichen Bildungsauftrags unterstützt.

Diese Maßnahmen sind systematisch mit regionalen Strukturen zu verknüpfen und die Einbettung dieses Programms in schulische berufsorientierende Curricula soll im Zusammenwirken der Träger und der Schulen gefördert werden.

Unter www.bibb.de/berufsorientierung können weitere Informationen und Antragsunterlagen abgerufen werden.