Dokumentationsmaterial zur Tagung "Weil junge Menschen gleiche Chancen brauchen" am 20.05.09 in Berlin
Zu der Tagung, die der PARITÄTISCHE für den Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit veranstaltet hat, stehen jetzt die Vortragsmaterialien bereit.
Mit Ablauf der Legislaturperiode ist das Ziel der Bundesregierung, allen Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen, bei weitem (noch) nicht erreicht. Neue Risiken für die Ausbildung von jungen Menschen drohen durch die Konjunkturkrise und negative Entwicklungen am Arbeitsmarkt. Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit setzt sich dennoch für gleiche Chancen von jungen Menschen auf Bildung und Ausbildung ein. Das Augenmerk des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit liegt auf der Situation junger Männer und Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen beeinträchtigt sind und deshalb besondere Unterstützung auf dem Weg in die Ausbildung brauchen. Mit dieser bundesweiten Tagung sollten Fachkräfte und Experten aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern, die sich diesem Anliegen verpflichtet fühlen, zusammengeführt werden und neue Impulse für ihre berufliche Praxis erhalten.
Zu Beginn der Tagung wurden aktuelle Entwicklungen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund der negativen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und demographischen Trends beleuchtet.
Dazu referierte Verena Eberhard vom Bundesinstitut für Berufsbildung.
Ein durchgängiger Schwerpunkt der Tagung betraf die Bildungs- und Ausbildungsmotivation von bildungsfernen und benachteiligten Jugendlichen. In einem weiteren Einstiegsreferat gab Frau Prof. Anke Spies von der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg Hinweise aus der pädagogischen Forschung und Praxis.
In anschließenden Arbeitsgruppen wurden diese Themen bearbeitet:
Die AG 1 befasste sich mit den "Neuerungen bei den Instrumenten zur Ausbildungsförderung", wobei zunächst Frau Thate, Referentin in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit einen Überblick gab.
Eine Erwiderung aus dem Blickwinkel eines Trägers der Jugendsozialarbeit gab es im Anschluss von Walter Würfel, Abteilungsleiter beim Internationalen Bund.
In der AG 2 "Bildungs- und Ausbildungsmotivation in der Praxis der Jugendsozialarbeit" mit Ralf Nuglisch, Teamleiter im PARITÄTISCHEN LV Baden-Württemberg und Martin Roller, Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Jugendwerks in Baden-Württemberg e.V. wurde diskutiert, wie die Motivation junger Menschen für Bildungs- und Ausbildungsziele geweckt und unterstützt werden kann.
Auf die Frage, was in der Jugendsozialarbeit getan werden müsste, um die Motivation Jugendlicher schon im Keim zu ersticken, hatten die Teilnehmer ebenso Ideen wie zu der gegenteiligen Frage, was bestenfalls für ein unterstützendes und ermutigendes Umfeld getan werden müsste.
Die Referenten präsentierten im Anschluss eigene Überlegungen für motivierende Rahmenbedingungen und Arbeitsweisen in der Jugendsozialarbeit
Vortrag AG2 - Impuls - Resumee (95 KB)
und verteilten ein Thesenpapier.
Außerdem wurden Projektbeschreibungen
und ein Flyer zum Modellprojekt "Diana Assistierte Ausbildung" verteilt.
Die AG 4 thematisierte unter dem Titel "Was soll aus mir werden - Berufsorientierung ohne tatsächliche berufliche Perspektive?" neue Ansätze zur Berufsorientierung von benachteiligten Jugendlichen. Petra Lippegaus vom Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH gab dafür ein Impulsreferat.
Vortrag Fr. Lippegaus (294 KB)
In seinem Schlusswort nahm Walter Würfel, stellvertretender Sprecher im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit Ausblick auf die weitere Arbeit des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit zu dem Tagungsthema. Die bestehende offizielle Ausbildungsstatistik verschleiere den wahren Mangel an Angeboten auf dem Ausbildungsstellenmarkt gerade für benachteiligte Jugendliche. Das solle der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit zukünftig stärker thematisieren. Ein Thema, das der Verbund bereits in Angriff genommen hat, ist die Schnittstellenproblematik in der beruflichen Förderung von Jugendlichen. Hierzu will der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit in Zukunft weiter intensiv arbeiten. Vision bleibt ein kohärentes Fördersystem für junge Menschen.
