Tagungsdokumentation der bundesweiten Arbeitstagung Arbeitsgelegenheiten für Jugendliche und junge Erwachsene - Sackgasse oder Perspektive?
Arbeitsgelegenheiten mit Perspektive - Empfehlungen und Praxisbeispiele am 22. und 23. Oktober 2008 in Saarbrücken
Das Instrument der Arbeitsgelegenheit wurde häufiger eingesetzt als zunächst geplant. Vielfach wurde es im Rahmen von Eingliederungsvereinbarungen auch für Jugendliche unter 25 Jahren als probates Mittel eingesetzt.
Der PARITÄTISCHE forderte in vielen Stellungnahmen den Vorrang von Ausbildung vor Arbeitsgelegenheiten. Zwischenzeitlich hat sich in einigen Bundesländern, aufgrund der guten Konjunktur, der Arbeitsmarkt grundlegend verändert. Der Bestand von Jugendlichen im SGB II-Bezug ist zurückgegangen, die Jugendarbeitslosigkeit ist insgesamt bundesweit leicht gesunken. Dennoch sind viele Jugendliche, bedingt durch schlechte Schulabschlüsse, mangelnde Ausbildungsreife und Ausbildungsbereitschaft sowie schlechter Übergangsberatung "Kandidaten" für eine SGB II-Karriere.
Eigentlich könnte jetzt, bei zurückgehenden Zahlen in der Jugendarbeitslosigkeit, eine Integrationsoffensive für benachteiligte oder gehandicapte Jugendliche einsetzen. Vielfach haben die ARGEN, die Optionskommunen und die Akteure in getrennter Aufgabenwahrnehmung erste Ansätze hierfür organisiert und mit entsprechenden Trägern erfolgreich gestartet. Einen herben Rückschlag erlitten diese Ansätze mit der Zurücknahme der bisher relativ frei gestaltbaren SWL-Leistungen.
Im Rahmen der Fachtagung wurden die Chancen für die Entwicklung von Arbeitsgelegenheiten mit Integrationsperspektive aufgezeigt. Themen waren die demographische Entwicklung, ihre Auswirkungen auf Schul- und Ausbildungssysteme, erforschte Praxisprojekte wie die modulare Nachqualifizierung.
Im Rahmen der Fachtagung wurde auf die demographische Entwicklung, ihre Auswirkungen auf Schul- und Ausbildungssysteme, auf die wissenschaftlich erforschten Praxisprojekte der "modularen Nachqualifizierung", auf Systeme begleiteter und assistierter Ausbildung, auf Arbeitsgelegenheiten in Verbindung mit Umschulungen und auf die sinngebende Entwicklung im Rahmen des Modells "Gemeinwohlarbeit" eingegangen.
Vorträge der Tagung:
Perspektiven und Nachhaltigkeit von Integrationsleistungen im Rechtskreis des SGB II - Versuch einer Einordnung,
Zahlen, Fakten
Tagungseinführung durch Hartmut Kleinikel, Bundeskoordinator KJP, Der PARITÄTISCHE Gesamtverband Berlin und Seniorberater GSI-consult Stuttgart gGmbH
Erkenntnisse aus dem ESF-Modellprojekt "48 plus", betriebliche Ausbildung für benachteiligte Jugendliche in Sozialunternehmen, Laufzeit 2004 - 2007
Hartmut Kleinikel
Präsentation - Hartmut Kleinikel (pdf 77 kb)
Weniger Kinder und Jugendliche - Auswirkungen auf die Gesellschaft, den Sozialstaat, das Gemeinwesen und die Wirtschaft. Neueste Erkenntnisse aus der Demografieforschung.
Prof. Dr. Ernst Kistler, Internationales Institut für empirische Sozialökonomie (INIFES), Stadtbergen
Material - Prof. Dr. Ernst Kistler (pdf 1.506 kb)
Weniger Kinder und Jugendliche - wie reagiert die Bundesregierung, die Landesregierung, wie reagieren die Ministerien auf diese Zukunftsszenarien?
Lothar Gretsch, Referatsgruppe Arbeitsmarkt beim Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales, Saarland
Modulare Nachqualifizierung - ein Integrationsinstrument für Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderem Förderbedarf?
Herbert Rüb, wissenschaftlicher Mitarbeiter, INBAS Büro Nord
Bericht aus der Praxis: Projekt AQuA; Arbeit - Qualifizierung - Ausbildung; Berufliche Qualifizierung für ALG II-Empfänger
Wolfgang Hesse, Geschäftsführer der GIBA gGmbH Rottenburg/Neckar, Gesellschaft für Integration, Beschäftigung und Ausbildung
Bericht "Projekt AQuA" - Wolgang Hesse (pdf 2.181 kb)
Das Projekt "Gemeinwohlarbeit", ein Modellprojekt basierend auf dem Instrument der Arbeitsgelegenheiten mit verblüffenden Wirkungen für die Betroffenen und das Gemeinwesen
Reiner Mathes, Bundeskoordinator KJP, Der PARITÄTISCHE Landesverband Nordrhein-Westfalen
Abschlussbericht 48PLUS – "Zusätzliche betriebliche Ausbildung für benachteiligte Jugendliche"
