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Jungen- und Mädchenangebote

In Position 6 des Kinder- und Jugendplanes des Bundes wird die Gleichstellung von Mädchen und Jungen als Aufgabe der Jugendsozialarbeit beschrieben. Es sollen Angebote geschaffen werden, die die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen berücksichtigen um Benachteiligungen abzubauen. Es sollen u. a.

(vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2001): Kinder- und Jugendplan des Bundes).

Mädchensozialarbeit

Mädchen und junge Frauen von heute wollen beides: Beruf und Familie. Sie wollen für ihren Lebensunterhalt selbst verantwortlich sein, sehen sich aber in der Regel der Schwierigkeit gegenüber, dies mit der Familienphase verbinden zu können.
Bei der Berufswahl sind sie oftmals nach wie vor auf die traditionellen Frauenberufe beschränkt. Diese sind aber häufig durch geringere Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten gekennzeichnet. Gerade für Mädchen und junge Frauen in sozial benachteiligten Lebenslagen ist die Auswahl an Berufen gering. (vgl. Kraheck, Nicole (Hrsg.) (2001): Verbesserung der beruflichen Chancen von Mädchen und jungen Frauen. Praxismodelle, München, S. 8ff.).

Aufgabe der Angebote der Jugendsozialarbeit ist es deswegen, der Zielgruppe die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit dieser Problematik der unterschiedlichen Verhaltungsanforderungen und Rollenzuschreibungen zu bieten und sie zu begleiten und zu beraten: Wie kann eine Berufstätigkeit und die Versorgung von Kindern kombiniert werden? Welche Betreuungsmöglichkeiten gibt es? Welche finanziellen Hilfen? Welche Rechte und Pflichten hat ein nicht in der Familie lebender Vater? etc. Weiterhin müssen Mädchen bereits frühzeitiger neue Erfahrungsbereiche eröffnet werden. Dazu kann beispielsweise das "Hereinschnuppern" in nicht typisch weibliche Berufe bereits ab dem siebten Schuljahr dienen mit dem Ziel, eigene neue Seiten und Fähigkeiten kennen zu lernen und in den Lebensentwurf mit einzubauen.

Jungensozialarbeit

Die Aufgabe von Jungenarbeit besteht in der Sensibilisierung für das Vorhandensein stereotyper Männerbilder. Jungen soll die Gelegenheit gegeben werden, unter sich zu sein, um so ihre Rolle reflektieren und bewusst leben zu können. Nur so können sie
befähigt werden, überlieferte Normen des geschlechtsspezifischen Verhaltens abzubauen.